Freitag, 7. November 2014

Steckbrief Klatschmohn

Steckbrief Klatschmohn


Name: 
Klatschrose, Mohnblume

lateinischer Name:  
Papaver rhoeas

Herkunft:
vermutl. Eurasien - Nordafrika 

Vorkommen:
Der Klatschmohn kommt in ganz Europa, Teile Asiens, und ansonsten in den gemäßigten Zonen vor. Er bevorzugt brach liegende Flächen oder Getreidefelder.

verwendete Pflanzenteile:
Blütenblätter

färbende Inhaltsstoffe:
Anthocyanine und Glykoside (Quercetin)
Färbeergebnisse auf Wolle:
in diesem Fall grün, normalerweise Rottöne
Quellen:
Wikipedia, Schweppe


Bildquelle: wikipedia.de




Grünfärbung mit Klatschmohn auf Zinnbeize
 
Färberezept (für 200g Wolle):

Anmerkung: Zinn(II)-Chlorid ist ein starkes Bleichmittel! Deshalb ist das Tragen von Handschuhen, Schutzbrille und alter Kleidung anzuraten.

Beize:
6 Liter Wasser auf ca 40°C erwärmen.
6g Weinsteinrahm und 6g Oxalsäure in 200ml heißem Wasser auflösen und dem erwärmten Wasser zugeben. Gut umrühren.
6g Zinn(II)-Chlorid in 200ml heißem Wasser auflösen und ebenfalls dem erwärmten Wasser zugeben.
Die saubere und feuchte Wolle in das Beizbad geben und die Temperatur langsam bis auf 90°C erhöhen. Diese Temperatur für 1 Stunde halten (zwischenzeitlich die Wolle immer mal wieder bewegen) und anschließend etwas abkühlen lassen.
Die gebeizte Wolle entnehmen und in warmen Wasser mit Seife waschen und anschliessend gut spülen.


Färbung:
200g Klatschmohnblüten mindesten eine Stunde in ausreichend Wasser einweichen lassen. Danach für 1 Stunde auskochen, abkühlen lassen und anschliessend abseihen. Die so erhaltenen Färbeflotte mit der notwendigen Menge Wasser auffüllen (so daß die Wolle gut darin schwimmen kann) und die gebeizte und feuchte Wolle zugeben.

Die Temperatur bis auf 65°C anheben und für 1 Stunde halten. Zwischenzeitlich die Wolle immer mal wieder bewegen. Die Färbeflotte mit der Wolle abkühlen lassen, die Wolle entnehmen und gut spülen. Die Wolle trocknen lassen.

 
 Anmerkung:

Eigentlich hatte ich einen wesentlich roteren Farbton erwartet. So wird es zumindest in der Literatur angegeben. Da ich mich aber nicht auf weitere Experimente einlassen wollte, habe ich nur einen Zug gemacht. Ein weiterer Zug bei der Menge Klatschmohnblüten sollte aber in jedem Fall noch möglich sein.
Natürlich habe ich die restliche, schon fertig gebeizte Wolle, auch gefärbt. Dazu aber mehr in dem entsprechenden Posting.


Grüße
Stefan

Kommentare:

  1. Lieber Stefan,
    das ist eine tolle Farbe geworden. So ein schönes Grün!
    Das Beizenrezept ist mir neu. Gibt es da einen Literaturtipp von Dir?
    LG Ute

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  2. Hallo Ute

    Das freut mich, daß Dir die Farbe so gut gefällt.

    Einen direkten Literaturtipp kann ich dazu nicht geben. Für Beizenrezepte lasse ich mir gerne durch alte Literatur inspirieren und versuche dann darauf weiter aufzubauen.

    "Handbuch der Färberei der Spinnfasern" von Loewenthal / 1895
    oder (auch interressant, aber inhaltlich oftmals gleich dem vorgenannten)
    Die Bleichmittel, Beizen und Farbstoffe von J.Herzfeld / 1900

    Diese alte Literatur ist aber zum Teil mit Vorsicht zu geniessen, da die Verfasser sich nicht immer mit der Materie ausgekannt haben und manche Sachverhalte falsch gedeutet haben oder einfach Umrechnungsfehler aus den verschiedenen Maßeinheiten geschehen sind. Außerdem wurde früher oft mit richtigem Sauzeug gearbeitet von denen man heute die ausgehenden Gefahren kennt.

    Dieses Beizrezept, welches ich jetzt angewand habe, ist auch so im Schweppe (Handbuch der Naturfarbstoffe) zu finden.


    Grüße
    Stefan

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  3. Danke, Stefan. Den Schweppe besitze ich. Dann schaue ich mir dort mal die verschiedenen Beizen an.
    Viele Grüße
    Ute

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