Freitag, 25. April 2014

Lila mit Cochenille

Meine ebenfalls stricksüchtige Schwiegermama bekam von mir zu Ostern 140 g handgesponnene Wolle geschenkt, die wir noch zusammen färbten.

Sie hat sich für Lila aus Cochenille nach dem Rezept. Nr. 7 von Frau Fischer entschieden.

Wir haben die Wolle also in 4 Portionen geteilt, diese mit 20% Weinsteinrahm und 4% Eisensulfat für eine Stunde gebeizt.

Für die Menge des ersten Stranges 14% gemahlene Cochenille, also ca. 5 g, abgewogen und über Nacht eingeweicht.
Am nächsten Tag dieses für 15 min aufgekocht und in einen Feinstrumpf als Färbebeutel geschüttet.

Dann kam ausreichend Wasser, immer Regenwasser, und der erste Wollstrang dazu und wir haben es gekocht. Da die Wolle schon nach ca. 20 min dunkellila bis Schwarz erschien, haben wir da abgebrochen. Der nächste Strang wurde dann auch nach nur 30 min als beendet erklärt.
Für den nächsten Strang kam der Strumpf mit dem Cochenille- Pulver mit dazu und wurde mit der Wolle 1 knappe Stunde lang gekocht.
Der 4. Strang wurde dann ebenfalls 1 Stunde gekocht.

Da ich Angst hatte, die ersten Stränge seien mit der kurzen Färbezeit evtl. nicht richtig fixiert, haben wir alle 4 Stränge zusammen nochmal etwa 45 min köcheln lassen und über Nacht im Farbbad auskühlen lassen. Die Farbbrühe war jetzt auch sehr blass. (Aber doch immer noch mit Farbkraft: Gerade kühlen da nochmal 5 g Restwolle mit 15% Alaun vorgebeizt drin ab. Allerdings mit dem Inhalt des Farbbeutels. Ob ich die Krümel je wieder rausbekomme... also keine gute Idee! Auch die ist nochmal in ein kräftiges Pink-Lila geworden...)




Liebe Grüße! Auch an meine experimentierwillige Schwiegermama!

Katja

Löwenzahnblüten

Nachdem ich vor ein paar Wochen mit den Wurzeln des Löwenzahns gefärbt habe, sollten nun die Blüten auf Wolle gebannt werden.

Die Wolle habe ich mit 15 % Alaun vorgebeizt.

Ich habe für 25 g Wolle 100 g Blüten gesammelt.

Dann habe ich einfach die Blüten zusammen mit der Wolle und ausreichend Regenwasser ca. 1/2 h gekocht und erhielt so ein klares, leuchtendes, kühles Gelb.

Den zweiten Strang habe ich genauso gefärbt. Hier zeigte sich allerdings der Nachteil der Kontaktfärbung. Die Löwenzahnblüten waren weich gekocht, zerfielen und ließen sich auf der Wolle nieder.

Nachdem beide Stränge über Nacht zeit zum Abkühlen in der Farbflotte hatten, habe ich die Flotte abgegossen (wollte nicht noch mehr Blütenteile in der Wolle) und  mit den 2. Strang wieder erwärmt. Ein Schuss Eisenwasser dazu, etwas Wärme und immer wieder an die Luft gehoben und die Wolle färbte sich von Gelb (ähnlich kräftig wie der erste Zug, aber etwas wärmer) in ein tiefes Grün.

 Hier die Färbung mit Löwenzahnblüten

Hier nochmals beide Löwenzahnvarianten, vorn die beiden Blüten- Färbungen, hinten die beiden Wurzelfärbungen (die Beschreibung dazu findet ihr ein paar Posts weiter hinten)

Viel Spaß beim Nachmachen!

Katja

Freitag, 4. April 2014

Apfelrinde

Der Apfelbaum benötigte dringend einen Rückschnitt :-) , hatte gar nichts damit zu tun, dass ich dieses Jahr mit Apfelrinde färben will - ehrlich!
Also hab ich Apfelrinde in Wasser angesetzt


so sah sie dann nach 48 Stunden aus, genau so ein Gelb wollte ich, nur hatte ich dann keine Zeit zum Färben...................

und so sah sie dann nach 2 Woche aus.


In der Zwischenzeit hat die Rinde fermentiert, etwas was ich vergangenes Jahr, immer wollte, aber nie erreicht habe, ist jetzt einfach so passiert. Hmm, soll frau damit noch färben? Ja, frau zeigt Mut zum Experiment. Ergebnis:

100g Schafwolle:

150g Sockenwolle, 6 fädig


In Wirklichkeit ist das Orange kräftiger, und auch nicht braunstichig, aber beim Fotografieren bin ich nicht so talentiert. Die Wolle war mit 8% Alaun gebeizt, die Rinde hab ich dann noch ca eine Stunde geköchelt und dann die Wolle im lauwarmen Sud über Nacht gefärbt. Mir gefällt es gut, bin schon am überlegen, was daraus entstehen soll.

Dienstag, 1. April 2014

Färben mit Löwenzahnwurzel



Im Märzen der Gärtner die Beete bestellt…

Dabei stand reichlich Löwenzahn im Weg. Da ich gelesen hatte, dass der, je nach Quelle, rot, braun und auch magentabraun färben soll, wollte ich es drauf ankommen lassen.
Die Blätter des Löwenzahns sind auf den Teller gewandert. Im zeitigen Frühjahr, wenn die Blätter noch sehr zart sind, ist das mit einem ziemlich süßen Honig- Senf- Dressing ein sehr leckerer Salat.

Löwenzahnwurzeln nach dem Waschen
 Die Wurzeln, etwa 500%, habe ich kleingeschnitten und über Nacht eingeweicht. Dazu kam dann ein mit 13% vorgebeizter Wollstrang (Kontaktfärbung) und wurde auf ca. 70° erhitzt und eine Stunde gehalten. (Bei angeblich roten Farben soll man ja die Temperatur niedrig halten, damit es nicht nach braun kippt)
Das ergab aber nur ein sehr blasses beige. Also habe ich dann das Ganze eine weitere Stunde geköchelt. Das Beige war jetzt schon etwas kräftiger.
Dann habe ich den 2. Zug auch für eine Stunde geköchelt, dann die Wurzeln so gut es geht entfernt und mit Eisensulfat nuanciert.

Wolle mit Löwenzahnwurzel gefärbt, 1. und 2. Zug
Das Ergebnis im ersten Zug ist ein ganz nettes Beige, der zweite Zug ist ein ganz schönes graugrün. Ganz anders als das Grün aus den anderen Färbungen, die ich bisher so gemacht habe.

Fazit: Nicht schlecht, aber auch noch nicht der Knaller. Vielleicht liegt es am Zeitpunkt der Ernte. Keiner der Löwenzähne hatte schon geblüht. Womöglich ergibt es im Sommer ganz andere Farben. Falls ich da weiter teste, werde ich hier berichten…

Liebe Grüße!
Katja



Nachtrag: 

Den Tipp mit dem Nuancieren mit Pottasche habe ich dankbar aufgegriffen. Im Bioladen fündig geworden und die Wolle in 1% Lösung (10g auf 1L Wasser) über Nacht gelegt. Das Ergebnis war ein Umschlag nach gelb. Nach dem Spülen und Bad im Essig ist es zu einem vanilligen Gelb geworden. Kein Knallgelb, eher ein sanftes Gelb-beige.

Also wieder weder rot noch grün, wie es an manchen Stellen zu lesen ist.
Vielleicht findet noch jemand das Geheimnis, wie der Wurzel rot zu entlocken ist…

Liebe Grüße!
Katja