Samstag, 13. Dezember 2014

Ein Dankeschön an alle Teilnehmer

Mein Paket ist angekommen!

Eine kleine aber feine Auswahl an pflanzengefärbten Garnen!

Ich möchte mich bei allen Teilnehmern bedanken, die trotz aller Widrigkeiten bis zum Schluss dabei geblieben sind.
Mein Frau möchte sich bei euch für die gefärbten Garne bedanken, damit kann sie sich jetzt endlich einen Schal stricken (wie gut daß meine Frau das macht und nicht ich).
Vielen Dank für die Mühen die Ihr euch gemacht habt!

Ich kenne gerade nicht den aktuellen Stand, ob in den anderen Projekten alles abgeschlossen ist, aber ich möchte die jenigen bitten, die noch nicht getauscht haben das jetzt noch nachzuholen und auch die Steckbriefe zu vervollständigen, da ich in den nächsten Tagen weiter sortieren und aufräumen möchte.

Für das Jahr 2015 möchte ich das Projekt Pflanzenfarben gerne weiter führen. Daher habe ich auch schon den neuen Blog Pflanzenfarben 2015 eingerichtet und dort erste Informationen hinterlegt.
!klick!

Über einen großen Zuspruch und viele Teilnehmer würde ich mich freuen, damit wir nächstes Jahr wieder richtig loslegen können.


Grüße
Stefan


Samstag, 22. November 2014

Steckbrief Färberknöterich

Färberknöterich
Polygonum tinctorium
Knöterichgewächse (Polygonaceae)



Beschreibung:
Der Färberknöterich ist ein einjähriges Knöterichgewächs. Die Stängel sind knotig gegliedert mit schraubig angeordneten ganzrandigen Blättern.  Die in ansehnlichen Blütentrauben zusammengesetzten Einzelblüten sind zwittrig, klein und unscheinbar. Die Blütenfarbe variiert von weiß bis rosa. Aus dem oberständigen Fruchtknoten geht eine einsamige Nuss hervor. Färberknöterich ist eine ausgeprägte Kurztagspflanze, die unter unseren Bedingungen erst Mitte August bis Anfang September zur Blüte gelangt. Aufgrund dieser Tatsache ist die Saatgutgewinnung nur in langen, warmen und frostfreien Herbsten möglich.

Klimaansprüche:
Färberknöterich stammt aus Ostasien. Er ist extrem frostempfindlich und sollte deshalb nicht vor den letzten Spätfrösten ins Freie ausgepflanzt werden.

Bodenansprüche:
Färbeknöterich benötigt Tiefgründige, feuchte Böden in gutem Nährstoffzustand. Er reagiert negativ auf Bodenverdichtungen und stauende Nässe. Auch trockene Standorte bzw. Böden mit geringem Wassernachlieferungsvermögen sind für den Anbau nicht geeignet. Für ein gutes Wachstum benötigt er hohe Mengen an Stickstoff. Eine Düngung erfolgt mit der Aussaat und nach dem ersten Schnitt. Die Aussaat der frostempfindlichen Pflanzen erfolgt am besten im zeitigen Frühjahr auf der Fensterbank in Anzuchtschalen oder Minigewächshäusern.

Aussaat und Kultivierung:
Ich erhielt Anfang April die Samen und säte sie  in einem Minigewächshaus aus. Die Keimdauer betrug 2-3 Wochen. Nicht alle Samen gingen auf. Sobald die Pflanzen 2 Blattpaare hatten habe ich die Haube des Gewächshauses weggelassen.
Vereinzelt wurden die Pflanzen bei einer Größe von 10 cm. Ich habe sie bis zum ersten Blattpaar in neue Erde gesetzt. Es empfiehlt sich große Töpfe zu verwenden, die ausgewachsene Pflanze hat einen Platzbedarf von 30 cm Umfang. Nach anfänglich zögerlichem Wachstum verzweigt sich die Pflanze und treibt zur Seite weiter aus. Ende Mai wurden sie in Pflanzgefäßen nach draußen gestellt. An warmen Tagen ist unbedingt auf ausreichende Wasserzufuhr zu achten. Ich erntete alle bis auf zwei Pflanzen in der ersten Augustwoche. Die verbleibenden Pflanzen kamen zur Blüte, lieferten aber keinen Samen da sie nicht ausreichend bestäubt wurden und es zu früh kalt wurde.

Verwendung:
Der Färberknöterich wird zum Färben von Wolle verwendet.

Verwendete Teile: Blätter
Inhaltsstoffe: Der Indicangehalt liegt bei etwa 3 bis 5 Prozent

Färberezept:
Ich habe mich an diese Anweisungen gehalten und ohne Küpe direkt mit den Blättern gefärbt. (www.filz-und-faden.de/html/farberknoterich.html)
Die Knöterich wurde geerntet, die Blätter von  den Stängeln gestreift, gehackt und in kaltes Wasser gegeben. Dort wird er etwa 15 Minuten geknetet.




Der Färbeflotte wird zu Stabilisierung Essigessenz zugegeben. Danach wird das Pflanzenmaterial abgeseiht und in der wässrigen knallgrünen Flüssigkeit gefärbt. Hierzu wird das Färbegut trocken eingelegt, die ersten Minuten bewegt und anschließend ca. eine Stunde ziehen gelassen. 

Färbeergebnis:
Wolle: hellestürkislblau
Baumwolle: schmutziges gedämpftes türkisblau





Bezugsquellen:
Samen: Rühlemann’s Kräuter und Duftpflanzen www.kraeuter-und-duftpflanzen.de
Wolle: Finkhof Schäfereigenossenschaft Merinowolle dünn natur finkhof.de/schafwolle/strickwolle-natur/wollgarn-duenn-naturweiss-25295.html

Baumwolle: Textil-Tröger über ebay

Mittwoch, 19. November 2014

Baumwolle färben mit Färber-Hundskamille

Ooohps. Warum denn Färberkamille? Geplant war das nicht. Eigentlich wollte ich mit Liguster (grün) färben. Doch das wollte nicht gelingen. Ein über das Jahr dauernder riesiger Umzug und die ewige Wartezeit auf das Baumwollgarn haben mir letztlich wenig Zeit gelassen, um so lange zu experimenteren, bis ich mit dem Farbauftrag zufrieden gewiesen wäre. Nach dem die ersten zwei Experimente so gar keine Farbe aufs Garn brachten habe ich mich kurzer Hand entschieden, mit Kamille zu färben.


 
V.l.n.r.: 60% 1. Zug, 100% 2. Zug, 100% 1. Zug.


Obwohl ich die Strahlkraft der Blüten über den ganzen Sommer im Garten sehr mag, gehörte die Färberkamille bisher nicht zu meinen liebsten Färbepflanzen. Einer meiner ersten Färbeversuche war mit am Feldrand gepfückten und liebevoll getrockneten Färberkamillenblüten. In Anlehnung an Dorothea Fischer habe ich damit später eine 200%-Färbung auf einer Wollprobe gemacht - und war so enttäuscht. Die ersten Züge waren Goldbraun, erst ab dem vierten Zug kamen schöne Gelbtöne zum Vorschein. Seit dem habe ich die Blüten nur für Solarfärbungen verwendet. Erst in der intensieveren Auseinandersetzung für das Baumwollprojekt ist mir aufgefallen, dass das Rezept von D. Fischer sich auf Kamillenblüten - nicht auf Färberkamille - bezieht. Der optimale Zeitpunkt für einen Neustart! Um ersteinmal auszutesten, wieviel Prozent des Garngewichts ich von den Blüten denn nun - und dann noch auf Baumwolle - benötige, habe ich eine Probe mit 60% gefärbt. Nach dem Waschen war die Farbbrillianz verschwunden, und das Gelb entwickelte einen Grünstich. Für einen lohnenden zweiten Zug war das keine verheißungsvolle Grundlage. Um aber definitiv kein Braun zu färben wollte ich nicht höher als 100% gehen. Die beiden Garnproben waren zusammen mit den Projektgarnen in einem Farbbad.

V.l.n.r.: 100% Färberkamille 1. und 2. Zug.


Bisher hatte ich nur Baumwollstoffe für ecoprints gebeizt aber noch nie Baumwollgarne pflanzlich gefärbt. Der Farbauftrag bei den Prints war aber soweit in Ordnung, dass ich das Beiz- bzw. Vorbereitungsverfahren für die Garne übernommen habe. Gelesen hatte ich davon bei nemo-ignorat.


Vorbeiten und Beizen:
2 Esslöffel Waschsoda in 10 Litern kochend Wasser auflösen und die Baumwollgarnstränge darin 1 Std. sieden lassen. Noch heiß gründlich ausspülen.
Gebeizt habe ich im Heißverfahren mit 20% Alaun für 1 Std. Anschließend wieder gut gespült.

Färben:
Die 100% getrockneten Blütenköpfe der Färberhungskamille habe ich aus Zeitgründen mit kochendem Wasser überbrüht und 1 Std. ausgekocht. Da ich Kontaktfärbungen, oder vielmehr das stundenlange Raussuchen von Pflanzenresten aus dem Garn, so gar nicht mag, habe ich die Farblösung anschließend durch eine Mullwindel abgeseiht und die Blüten darin eingebunden.
Den ersten und den zweiten Zug Baumwolle habe ich wiederum jeweils eine Stunde sieden lassen und anschließend direkt entnommen und ausgewaschen. Nun war das Farbbad noch überhaupt nicht erschöpft und der Farbbeutel wartete auch nch auf seinen Einsatz. Deshalb habe ich im dritten Zug noch 100g Mohair-Angora-Garn mit dem Farbbeutel gefärbt. 
Wie zu erwarten haben die tierischen Haare die Farbe stärker aufgenommen als die Baumwolle. Die Färbung auf den Haaren kommt dem ersten Zug auf Baumwolle recht nahe, hat aber eine stärkere Farbsättigung. 

V.l.n.r.: 100% 3. Zug aud Mohair-Angora, 2. Zug auf Baumwolle, 1. Zug auf Baumwolle.


Allgemein habe ich bei diesem Projekt die Erfahrung gemacht, dass die Farbe auf Baumwolle nicht nur schwächer aufzieht, sondern aufgrund der anderen Struktur auch stumpfer wirkt und dadurch weniger das für Naturfarben typische satte Strahlen aufweist. Dieser Effekt entsteht während des Trocknens. Im Gegensatz zu Woll- und Tierhaaren werden die Farben beim Trocknen wesentlich heller. Dadurch ist es direkt nach dem Färben ohne bisher sonderliche Erfahrung schwerer einzuschätzen, wie die endgültige Farbe des fertigen Garnes aussehen wird. Meine Neugier auf Baumwollfärbereien hat sich eher noch verstärkt und ich werde in den nächsten Jahren sicherlich weitere Versuche anstellen, noch sattere Farben und ein Regenbogenspektrum zu erzielen...

Quelle: http://it.wikipedia.org/wiki/File:13_Anthemis_tinctoria.jpg

Einen sehr informativen Steckbrief zur Färberhundskamille gibt es von Anne auf dem Blog von "Pflanzenfarben 2013", hier. Ihr Färbebericht zum Färben auf Wolle ist auch auf dort erschienen.

Viele Grüße
Laura



Montag, 17. November 2014

Steckbrief Liguster



Gattung Ligustrum , Familie Ölbaumgewächse Oleaceae

In vielen Arten weltweit vorkommend, einzige in Europa heimische Art ist der Gemeine Liguster, Ligustrum vulgare , den ich auch zum Färben verwendet habe.
Der gemeine Liguster hat dichtes dunkelgrünes Blattwerk, im Sommer unscheinbare weiße Blüten und bildet ab Herbst schwarzblaue Früchte aus, die bis ins nächste Frühjahr am Strauch verbleiben.




Liguster ist eine der am meisten gepflanzten Heckensträucher in unserer Region. Weil er nur wenige Wochen blattfrei ist und daher fast das ganze Jahr einen Blickschutz bietet, ist er als Heckenpflanze so beliebt. Leider wird er in der Regel zweimal im Jahr geschnitten, wobei die Blütten entfernt werden und sich somit auch keine Früchte ausbilden können. Will man mit Ligusterfrüchten Blau färben, muss man sich auf die Suche nach ungeschnittenen vernachlässigten Hecken machen. Die sind manchmal gar nicht so leicht zu finden. Die Früchte müssen vollreif geerntet werden und sollten möglichst Frost abbekommen haben. Alternativ können sie nach der Ernte eingefroren werden.

Färbende Inhaltstoffe:
in den Früchten:  Anthocyane, mögliche Färbeergebnisse: Blau (Al), Grau(Al/Fe)
in den Blättern: Flavonoide, mögliche Färbeergebnisse: Gelb (Al), Oliv (Al/Fe)
in der Stammrinde: Tannine, mögliche Färbeergebnisse: Brauntöne (ohne Beize)

Dienstag, 11. November 2014

Steckbrief Reseda

Da ich von der Klatschmohnblütenfärbung und der Krappwurzelfärbung immer noch gebeizte Wolle übrig hatte, habe ich auch noch eine Färbung mit Reseda gemacht.

Auch zu der Reseda gibt es von Sheepy im Pflanzenfarben 2013 Blog schon einen schönen Steckbrief, auf den ich verweisen möchte.



Gelbfärbung mit Reseda auf Zinnbeize


Färberezept (für 200g Wolle):

Anmerkung: Zinn(II)-Chlorid ist ein starkes Bleichmittel! Deshalb ist das Tragen von Handschuhen, Schutzbrille und alter Kleidung anzuraten.

Beize:
6 Liter Wasser auf ca 40°C erwärmen.
6g gemahlenen Weinstein und 6g Oxalsäure in 200ml heißem Wasser auflösen und dem erwärmten Wasser zugeben. Gut umrühren.
6g Zinn(II)-Chlorid in 200ml heißem Wasser auflösen und ebenfalls dem erwärmten Wasser zugeben.
Die saubere und feuchte Wolle in das Beizbad geben und die Temperatur langsam bis auf 90°C erhöhen. Diese Temperatur für 1 Stunde halten (zwischenzeitlich die Wolle immer mal wieder bewegen) und anschließend etwas abkühlen lassen.
Die gebeizte Wolle entnehmen und in warmen Wasser mit Seife waschen und anschliessend gut spülen.


Färbung:
200g geschnittene Reseda über Nacht in ausreichend Wasser einweichen lassen und anschliessend für 1 Stunde auskochen und abkühlen lassen. Den Färbetopf mit genügend Wasser befüllen (soviel, daß nach Zugabe des Farbstoffsuds die Wolle gut darin schwimmen kann). Die ausgekochte  Reseda in ein Tuch abseihen. Den abgeseihten Farbstoffsud dem Färbebad zugeben. Die gebeizte und feuchte Wolle in das Färbebad legen, die Temperatur bis auf 90°C anheben und für 1 Stunde halten. Zwischenzeitlich die Wolle immer mal wieder bewegen. Die Färbeflotte mit der Wolle abkühlen lassen, die Wolle entnehmen und gut spülen, anschließend trocknen lassen.


Grüße
Stefan


Steckbrief Krappwurzel

Steckbrief Krappwurzel

Einen schönen Steckbrief zur Krappwurzel, dem ich nichts weiter hinzufügen möchte, findet ihr im Pflanzenfarben 2013 Blog von Wiesensalat.



Da ich von der Klatschmohnblütenfärbung übrig gebliebene und schon fertig gebeizte Wolle wollte ich natürlich nicht leigen lassen. Deshalb noch ein wieteres Rezept mit der Krappwurzel:


Orangefärbung mit Krappwurzel auf Zinnbeize


Färberezept (für 200g Wolle):

Anmerkung: Zinn(II)-Chlorid ist ein starkes Bleichmittel! Deshalb ist das Tragen von Handschuhen, Schutzbrille und alter Kleidung anzuraten.

Beize:
6 Liter Wasser auf ca 40°C erwärmen.
6g gemahlenen Weinstein und 6g Oxalsäure in 200ml heißem Wasser auflösen und dem erwärmten Wasser zugeben. Gut umrühren.
6g Zinn(II)-Chlorid in 200ml heißem Wasser auflösen und ebenfalls dem erwärmten Wasser zugeben.
Die saubere und feuchte Wolle in das Beizbad geben und die Temperatur langsam bis auf 90°C erhöhen. Diese Temperatur für 1 Stunde halten (zwischenzeitlich die Wolle immer mal wieder bewegen) und anschließend etwas abkühlen lassen.
Die gebeizte Wolle entnehmen und in warmen Wasser mit Seife waschen und anschliessend gut spülen.


Färbung:
200g geschnittene Krappwurzel und 100g Weizenkleie 24 Stunden in ausreichend Wasser einweichen lassen. Den Färbetopf mit genügend Wasser befüllen (soviel, daß nach Zugabe des Farbstoffsuds die Wolle gut darin schwimmen kann). Die eingeweichte Krappwurzel (und Weizenkleie) in ein Tuch abseihen, zuknoten und in dem Färbebad gut durchkneten. Den abgeseihten Farbstoffsud dem Färbebad zugeben. Den Beutel mit den Krappwurzeln während der Färbung im Färbebad belassen. Die gebeizte und feuchte Wolle in das Färbebad legen, die Temperatur bis auf 65°C anheben und für 1 Stunde halten. Zwischenzeitlich die Wolle immer mal wieder bewegen. Die Färbeflotte mit der Wolle abkühlen lassen, die Wolle entnehmen und gut spülen, anschließend trocknen lassen.



Anmerkung:
Die Färbung erscheint auf meinem Bildschirm extrem leuchtend, das entspricht nicht ganz der Realität.


Grüße
Stefan

Freitag, 7. November 2014

Steckbrief Klatschmohn

Steckbrief Klatschmohn


Name: 
Klatschrose, Mohnblume

lateinischer Name:  
Papaver rhoeas

Herkunft:
vermutl. Eurasien - Nordafrika 

Vorkommen:
Der Klatschmohn kommt in ganz Europa, Teile Asiens, und ansonsten in den gemäßigten Zonen vor. Er bevorzugt brach liegende Flächen oder Getreidefelder.

verwendete Pflanzenteile:
Blütenblätter

färbende Inhaltsstoffe:
Anthocyanine und Glykoside (Quercetin)
Färbeergebnisse auf Wolle:
in diesem Fall grün, normalerweise Rottöne
Quellen:
Wikipedia, Schweppe


Bildquelle: wikipedia.de




Grünfärbung mit Klatschmohn auf Zinnbeize
 
Färberezept (für 200g Wolle):

Anmerkung: Zinn(II)-Chlorid ist ein starkes Bleichmittel! Deshalb ist das Tragen von Handschuhen, Schutzbrille und alter Kleidung anzuraten.

Beize:
6 Liter Wasser auf ca 40°C erwärmen.
6g Weinsteinrahm und 6g Oxalsäure in 200ml heißem Wasser auflösen und dem erwärmten Wasser zugeben. Gut umrühren.
6g Zinn(II)-Chlorid in 200ml heißem Wasser auflösen und ebenfalls dem erwärmten Wasser zugeben.
Die saubere und feuchte Wolle in das Beizbad geben und die Temperatur langsam bis auf 90°C erhöhen. Diese Temperatur für 1 Stunde halten (zwischenzeitlich die Wolle immer mal wieder bewegen) und anschließend etwas abkühlen lassen.
Die gebeizte Wolle entnehmen und in warmen Wasser mit Seife waschen und anschliessend gut spülen.


Färbung:
200g Klatschmohnblüten mindesten eine Stunde in ausreichend Wasser einweichen lassen. Danach für 1 Stunde auskochen, abkühlen lassen und anschliessend abseihen. Die so erhaltenen Färbeflotte mit der notwendigen Menge Wasser auffüllen (so daß die Wolle gut darin schwimmen kann) und die gebeizte und feuchte Wolle zugeben.

Die Temperatur bis auf 65°C anheben und für 1 Stunde halten. Zwischenzeitlich die Wolle immer mal wieder bewegen. Die Färbeflotte mit der Wolle abkühlen lassen, die Wolle entnehmen und gut spülen. Die Wolle trocknen lassen.

 
 Anmerkung:

Eigentlich hatte ich einen wesentlich roteren Farbton erwartet. So wird es zumindest in der Literatur angegeben. Da ich mich aber nicht auf weitere Experimente einlassen wollte, habe ich nur einen Zug gemacht. Ein weiterer Zug bei der Menge Klatschmohnblüten sollte aber in jedem Fall noch möglich sein.
Natürlich habe ich die restliche, schon fertig gebeizte Wolle, auch gefärbt. Dazu aber mehr in dem entsprechenden Posting.


Grüße
Stefan

Freitag, 12. September 2014

Steckbrief Goldrute


Kanadische Goldrute

Solidago canadensis

Familie: Korbblütengewächse

 

Beschreibung: 

Die Kanadische Goldrute wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen zwischen 50 und 200 (bis 250) Zentimeter. Die Stängelblätter sind lanzettlich und im vorderen Bereich gesägt. Die Blattunterseite und Stängel dicht abstehend kurzhaarig, letzterer später an der Basis verkahlend.
Sie bildet zahlreiche, einseitswendige, deutlich gestielte, gelbe Blütenköpfchen auf der Oberseite der Rispenzweige. Die Rispenäste sind bogig gekrümmt. Die Zungenblüten sind kaum länger als die Röhrenblüten und überragen die Blütenhülle nicht. Die Blütezeit reicht von August bis Oktober. Die Bestäubung erfolgt durch Fliegen, Schwebfliegen und Falter. (Quelle: Wikipedia.de)
Ich beobachte auch viele Bienen, die die Goldrute als eine der letzten Pollenquellen nutzen.

Vorkommen und Standort: 
Sie wurde 1645 als Zierpflanze nach Europa gebracht. Sie wächst praktisch überall, bevorzugt tiefgründige Sand-, Lehm- und Tonböden. Die Goldrute wächst auch auf Brachflächen, Schutthalden, Weg- und Gewässerrändern, auch in Auwäldern. Mittlerweile ist sie auch in Höhen über 1200m anzutreffen. Also praktisch überall. Da liegt auch das Problem: Die Goldrute bildet dichte Bestände und verhindert damit die Sukzession, die Keimung von anderen Pflanzen, z.b. Gehölzpflanzen wird verhindert.
 
Verwendung:
Die Goldrute (sowohl die Kanadische wie auch die gewöhnliche) wirken stark harntreibend und werden in der Naturmedizin bei Nieren- und Blasenleiden eingesetzt. 

Verwendete Teile:  

Blätter und Blüten
Zum Färben habe ich die Blätter und noch geschlossenen Blüten kurz vor dem Aufblühen verwendet (ich habe dazu unterschiedliche Angaben gefunden, es können auch die blühenden Pflanzen verwendet werden) 

Inhaltsstoffe: 

Farbstoffgruppe der Flavonoide (Quercetin, Isoquercitrin, Kämpferol, Astragalin, Isorhamnetin) (Quelle: E. Prinz: Färberpflanzen) 

 

Färberezept(e):    

Ich habe die Rezepte von bekannten Autoren gemischt.
Vorbeize 20% Alaun, 
Färbung mit 200% trockenen bzw. 400% frischem Pflanzenmaterial
Die Pflanzenteile über Nacht einweichen, dann für ein bis zwei Stunden sieden. Die Wolle wird für eine Stunde darin gesiedet. Zwei Züge sind (mindestens) möglich.
Der 2. Zug kann mit Eisensulfat bzw. Eisenwasser zu moosgrün nuanciert werden. 

Färbevorgang: 

Vorbeize: 20% Alaun 
Das Alaun habe ich in reichlich Regenwasser aufgelöst. In diese Lösung habe ich die Wolle eingelegt und 14 Tage bei Raumtemperatur (hier besser Balkontemperatur im Hochsommer) beizen lassen. Dass es dadurch keinen Unterschied zu dem einstündigen Heißbeizen durch Kochen gibt, habe ich schon mal getestet.
Die Wolle wurde dann gespült und feucht in die Fäbeflotte gegeben.
Färbeflotte: Ich habe 400% frisches Kraut (demzufolge 2kg Material) mit Blütenständen zerkleinert (in einem großen Kübel mit der Heckenschere ging das ganz gut) und in Regenwasser über Nacht eingeweicht.
Am nächsten Morgen wurde dann der Sud zum Kochen gebracht und 2 Stunden gekocht.
Da selbst mein 30-Liter-Topf mit Färbebeutel und Wolle sehr eng wird, habe ich mich für eine Kontaktfärbung entschieden.
Ich habe die Hälfte der Wolle mit etwa der Hälfte des Pflanzenmaterials in den Topf geschichtet und für eine Stunde Sieden lassen. Zwischendurch wurde die Wolle vorsichtig bewegt.
Diese wurde dem Farbbad entnommen. Nun landete der Rest der Wolle zusammen mit den verbliebenem Pflanzenmaterial im Topf und siedete ebenfalls eine Stunde.
oben erster, unten zweiter Zug, beides noch feucht und ungespült
Zum Nuancieren habe ich die Pflanzenteile aus der Flotte entfernt und die Wolle ausgeschüttelt, um sie weitestgehend von Pflanzenteilen zu befreien.
Der Farbflotte habe ich einige Esslöffel Eisenwasser und die Wolle aus dem 2. Zug zugegeben. Das Ganze erhitzt und die Wollstränge abwechselnd an die Luft gehoben, um das Grün zu vertiefen. 
Anschließend wurde die Wolle gewaschen und gespült. Dem letzten Spülgang habe ich etwas Essig zugegeben.

Färbeergebnis:

Da ich letztes Jahr schon mal mit der Goldrute gefärbt habe, kann ich einen Vergleich ziehen, auch wenn ich leider kein Foto vom letzten Jahr habe. Die Ergebnisse waren deutlich heller und grünstichiger.
Das hatte ich allerdings als lose Flocke gefärbt, also keine Kontaktfärbung. Der wahrscheinlich größere Unterschied besteht vermutlich im Färbetopf, die angeschlagenen Stellen im Emailletopf habe ich vor der Färbung mit Heizkörperlack gestrichen und so konnte sich kein Eisen vorzeitig an die Färbeflotte abgeben.

Geschichte und Anmerkungen:

Es gibt auch andere Arten der Goldrute, z.B. gewöhnliche Goldrute (Solidago virgaurea) oder die Riesengoldrute oder Späte Goldrute (Solidago gigantea). Alle sind zum Färben gleichermaßen geeignet.
So reizvoll die Goldrute im Herbst mit den Blüten und im Winter mit den sehr aparten trockenen Blütenständen auch anzuschauen ist, weiß jeder Gärtner, wie hartnäckig sie sich breit macht. Sie bildet Rhizome, die dichte Bestände bilden und sich nur mühsam entfernen lassen. Sie produziert zudem an jeder Blütenrispe bis zu 15.000 Samen, die flugfähig sind und sich so massiv verbreiten. Also ist das Färben mit diese Pflanze aktiver Naturschutz! 

Bezugsquellen:  

Man kann getrocknetes Goldrutenkraut in diversen Onlineshops bestellen, da sie aber praktisch überall wächst, ist es unproblematisch, diese selbst zu ernten. Ich habe für die Färbung den Bestand im Kleingarten etwas dezimiert, das war dringend nötig und kein Verlust.

Dienstag, 2. September 2014

rotbraun färben mit Kermesbeere

Diese Pflanze ist mir "zugeflogen" Sie wuchs plötzlich, schon letztes Jahr, bei uns im Garten. Letztes Jahr reiften nur 3 kleine Rispen, dieses Jahr ist es schon eine imposante Staude, also besser im Zaum halten! Auch wenn sie wirklich hübsch anzuschauen ist.
Blüten und Fruchtstände der Kermesbeere
Ich habe 400% der Wollmenge, in meinem Fall 100g Beeren gepflückt. Das waren nur etwa 1 1/2 Rispen. Diese habe ich in einen alten Strumpf als Färbebeutel gefüllt und in Wasser schön zermatscht (Gummihandschuhe tragen!). Zu dieser Färbeflotte habe ich noch Essig "nach Gefühl" gegeben (die Färbeflotte sollte einen PH- Wert von ca. 3 haben, was ich aber mangels Indikator nicht testen konnte).
Dazu kam dann die mit etwa 15% Alaun vorgebeizte Wolle. Auf 60° erhitzen (nicht drüber!) das möglichst für eine Stunde so beibehalten. Dann habe ich das für mind. 12 h im Sud abkühlen und ruhen lassen.
Das Gleiche habe ich nochmal mit dem 2. Strang getan. Das kam nach Waschen, Spülen und Trocknen raus:
Kermesbeere- Färbungen sollen nicht sehr lichtecht sein, das werde ich sicher auch irgendwann noch testen!
Viele Grüße!

Katja

Montag, 25. August 2014

Färben mit dem Samtfußkrempling

Der Samtfußkrempling ist einer der Pilze, die nur für Färber interessant sind.


Samtfußkrempling

Jetzt, wo es wieder viele Pilze in den Wäldern gibt, bin ich welche sammeln gegangen und habe den Großteil davon für den Winter getrocknet. Sie sind NICHT essbar.



Da ich dann aber keinen Platz mehr hatte, wanderten die restlichen frischen Pilze, damit sie nicht verderben, in den Färbetopf. Normalerweise trocknet man Pilze immer fürs Färben, damit man dann auch das Verhältnis zwischen Wolle und Pilz bestimmen kann. Ich kann daher dazu keine Angabe machen.

Ich habe die Pilze eine Stunde ausgekocht und dann abgeseit. Die kaltgebeizte Wolle kam dann für eine weitere Stunde in die Färbeflotte.

Färbeflotte mit Pilzen
Wolle des 1. Zugs - noch ist sie "rot".

Nach dem ersten Zug habe ich den pH-Wert mittels Essigessenz geändert.

Im Uhrzeigersinn: 1., 3. und 2. Zug

Und dieses sind die Ergebnisse - etwas blass, aber ich habe auch 700g Wolle mit etwa 10 Pilzen gefärbt. Zum Gewicht kann ich wie oben beschrieben nichts sagen.


Damit hat nun für mich die Färbesaison (wenn auch sehr spät) angefangen.

Liebe Grüße
Anne

Dienstag, 19. August 2014

Gruppe "Baumwolle" - Zwischenstand

Ihr Lieben,

ich wollte mal anfragen, wie es bei Euch steht. Die meisten Pflanzen konnten ja schon oder können jetzt geerntet und verfärbt werden...

Habt Ihr Euer Garn erhalten? (ich warte gerade noch...)
Habt Ihr schon gefärbt oder seid mit Eurem Zeitplan im Soll?



Was meine Ligusterfärbung betrifft möchte ich diese Woche experimentieren um gegebenenfalls noch nach einer anderen Farboption suchen zu können. Und dann hoffe ich, dass mein Garn bald kommt :)

Viele farbenfrohe Grüße
Laura

Sonntag, 3. August 2014

Alaunbeize weiter verwenden

In der Literatur lese ich immer wieder, dass die Alaunbeize nach einmaliger Verwendung erschöpft sei.

Aber da auch die Kaltbeizen mehrfach verwendet werden können, habe ich daran gezweifelt.

Und da ich grundsätzlich daran interessiert bin, Rohstoffe, besonders wenn diese begrenzt sind, möglichst sparsam einzusetzen, wollte ich testen, ob die Beize wirklich nicht mehr zu gebrauchen sei.

Das habe ich im Zuge der Projektfärbung mit ausprobiert.

Das Kilo Wolle für die Projektfärbung habe ich kalt, besser balkonwarm im Hochsommer, 14 Tage lang gebeizt, dabei gelegentlich bewegt. Dass diese Methode keinen großen Unterschied zum kochend Beizen macht, hatte ich ja bereits ausgetestet und hier beschrieben.
Dazu hatte ich auch einen meiner kleinen Teststränge gelegt.

Nun wollte ich mit dieser Beizflotte ausprobieren, ob diese tatsächlich wirkungslos oder -ärmer geworden ist.

Ich habe einen weiteren Teststrang in einen Teil der Beizflotte eine Stunde gekocht.

Das Verhältnis entsprach etwa 2:1, also als hätte ich im 2. Zug die Hälfte der Wollmenge des 1. Zuges verwendet.

Beide Stränge habe ich dann bei der Projektfärbung Goldrute im 2. Zug mitgefärbt.

Links im 1. Zug gebeizt, rechts das im 2. Zug gebeizte. Im Original kann ich keinen Unterschied erkennen, auf dem Foto hier ist schon ein wenig Unterschied zu erahnen. Auch beim Spülen konnte ich keinen Unterschied ausmachen. Eventuell leidet die Lichtechtheit, das konnte ich noch nicht testen. 

Auf jeden Fall habe ich die  Beizflotte nicht weggeschüttet, sondern diese schon weiter verwendet für meine Experimente, über die ich noch berichten werde...

Viele Grüße!

Katja

Donnerstag, 3. Juli 2014

Problemmeldung

Hallo ihr Lieben

Ich bin nicht von der Bildfläche verschwunden - kann nur leider immernoch keine Kommentare unter die Posts schreiben.

Das Problem, dass ich gerade habe, sieht wie folgt aus:
  • einer Teilnehmerin ist es aus gesundheitlichen Gründen nicht weiter möglich, an dem Projekt teilzunehmen. Somit bräuchten wir für die Johanniskrautfärbung Ersatz und müssten drauf verzichten.
  • Einer anderen Teilnehmerin ist die Färbeflotte(?) misslungen und sie sucht nach einer Alternative fürs Projekt.  Da würde sich ja das oben genannte Johanniskraut anbieten.
  • Mir selbst kam ein Brief aus dem med. Labor bezüglich Erbkrankheiten ins Haus und ich weiß noch nicht, in wie fern die Tests und das Ergebnis mich vom Färben abhalten. Ich werde es jedoch weiterhin versuchen. Aber ich suche jemanden, der mit mir zusammen an dem Projekt leitend arbeitet.

Das wären die drei Problempunkte, die sich momentan ergeben haben.

LG Anne

Sonntag, 22. Juni 2014

Färbeversuche mit roten Zwiebelschalen

Ich färbe sehr gerne mit roten Zwiebelschalen.
Die Farbdroge ist in jedem Haushalt vorhanden und die Färbung ist sehr unkompliziert.
Das Grün, was durch meine Färbversuche entstanden ist, ist jedoch sehr unterschiedlich.

1. Farbversuch im Dez. 2013
















2. Farbversuche im Mai 2014
















Ein deutlicher Unterschied ist unübersehbar. Die Farbpalle, die uns die roten Zwiebelschalen bieten, ist einfach sehr vielseitig.
Ich bevorzuge die lebendigen und strahlenden Grüntöne auf dem ersten Bild und war von dem 2. Farbversuch etwas enttäusch.

Im dem Buch von Dorothea Fischer ist die Färbung mit 100% (Farbgut/ Färbedroge) angegeben.
Das ist wirklich zu viel!
Bei meinem zweiten Versuch habe ich mit 25% Zwiebelschalen in mehreren Farbzügen gefärbt.

...... eine Versuchsreihe.....

Mein Ziel:
  • herrauszufinden was uns die roten Zwiebelschalen für "Grüntöne" bei den unterschiedlichen Verhältnissen Fabgut/Färbedroge schenken.
  • Die Grüntöne auf den ersten Bild wieder zu erziehlen.
Grundlagen:
  • je ein Strang Sockenwolle (Tonerdenbeize) 75% Wolle-25% Poly  LL:420m auf 100gr.
  • Kontaktfärbung
  • Je ein Farbzug mit 2,5% - 5% - 10% - 15%  rote Zwiebelschalen.
  • Farbgut ins kalte Wasser geben, langsam zum kochen bringen und ca. 1 Stunde köcheln.
  • Auswaschen. Essig ins letzte Spülwasser geben und trocknen lassen.

Und das ist das Ergebniss:

















Die Farben sind etwas strahlender als auf dem Foto, aber ich bin sehr erfreut :-)......

Zum Vergleich ein Foto mit der letzten Färbung ( rechts 1. Farbzug) und die Verhältnissangaben.














Je höher das Verhältniss Färbedroge zu Farbgut ist, desto bräunlicher wird das "Grün".
Natürlich kommt es auf die Qualität der Böden und der Färbedroge an, wann und wo diese angebaut geerntet wurde, auf Wetter usw. an.....
edit: und natürlich auch auf das verwendete Farbgut  (Wolle/Seide/Poly etc. ).......aber es gibt doch schon einen Anhaltspunkt für zukünftige Färbungen mit roten Zwiebelschalen.

Wie es mit der Lichtechtheit bei den geringen Verhältnissen aussieht, darüber kann ich noch nichts sagen.
Aber auch da ist eine kleine Versuchsreihe in Arbeit.... :-)....

Ich hoffe ich konnte Euch einen Hanhaltspunkt zum Färben mit roten Zwiebelschalen geben, mir hat es sehr viel Spaß bereitet  :-).

Liebe Grüße
Eure Cristina

Sonntag, 15. Juni 2014

Taglilienblüten

Und aller guten Blütenfärbungen sind drei... Wieder ein weiteres Gartenfärbeexperiment:

Hier mein Favorit unter den letzten Färbungen, da sie relativ zügig zu ernten ist, ich im Netz (zumindest im deutschsprachigen) dazu kaum was gefunden und eine wirklich erstaunliche Farbe rausgekommen ist.

"Mein" Rezept:

Vorgebeizt wieder mit der Tonerdenbeize.

Ich habe gut 500% frische, aber schon verblühte Blüten gepflückt (es geht so schnell, so viele müssen es wahrscheinlich gar nicht sein).
Diese habe ich grob zerschnitten, in Regenwasser kurz aufgekocht und dann in einer "Färbersocke" eingesperrt. Den Sud, der rosa-rot war, habe ich zusammen mit dem 1. Zug der Wolle ca. 1 h kochen lassen.

Das Ergebnis war ein fahles beige-grau. Den Strang habe ich in etwas Pottasche- Lösung gebadet und es gab ein grünes Wunder - ganz ähnlich zu den Kornblumenblüten!

Taglilienfärbung: 1.Strang links schon mit Pottasche nuanciert, 2. Strang rechts vor dem Nuancieren
Den 2. Strang habe ich dann zusammen mit dem Färbebeutel auch nochmal eine Stunde gekocht und über Nacht im Sud abkühlen lassen.

Auch diesen habe ich dann noch mit Pottasche nuanciert (für die 25 g Wolle habe ich eine Teelöffelspitze Pottasche zugegeben und nochmal leicht erwärmt und ein paar Stunden darin ruhen lassen).

Und so sieht es nach dem Nuancieren, Spülen und Trocknen aus:
Leider nicht so gut wie im Original, die Farben sind schon wirklich schöne Varianten von Grün! Leuchtend und intensiv!

Viele Grüße!

Katja

Samstag, 14. Juni 2014

Blaue Lupinenblüten


und wieder etwas, was aus meinem Garten seine Schönheit auf Wolle unter Beweis stellen wollte, die Blüten der Blauen Lupinen:



 Da ich kein genaues Rezept gefunden habe, habe ich folgendes probiert:

Die Wolle habe ich mit der Tonerdenbeize vorgebeizt.

Ich habe 400% frische (bzw. teilweise auch gefrorene, da so viele nicht gleichzeitig am blühen sind) Blüten ohne Stengel zusammen mit der Wolle für 1 h gekocht. Über Nacht im Sud abkühlen lassen.
Für den 2. Zug habe ich nochmal 100% frische Blüten (es sind noch mal welche aufgeblüht) zugefügt und auch den 1 Stunde gekocht und wieder über Nacht abkühlen lassen.

Beide waren nun zartgrün. Da ich mit Pottasche und Kornblumen so tolle Erfolge hatte, wollte ich das hier auch ausprobieren und habe dem 2. Zug ein 3- stündiges Bad in etwa 3% Pottasche- Lösung gegönnt.

Heraus kam ein Gelbgrün. Auch nicht schlecht- aber bei den nächsten Lupinen werde ich das wohl weglassen.
Lupinenblütenfärbung 1. und 2. Zug (2. Zug mit Pottasche- Nuancierung)

Viele Grüße!

Katja